Follower

Mittwoch, 5. September 2012

Ich hatte heute meine Nachtfahrstunde und es lief wie immer super, nächste Woche habe ich meine letzte Übungsstunde danach geht es zu den Praktischen Prüfungsvorbereitungen. Ich bin momentan fleißig am lernen da mir die Theorieprüfung auch noch bevor steht! Normalerweise ist es so das ich während dem Fahren mit meinem Fahrlehrer wenig rede, einfach weil ich kein Thema weiß, heute war es anders. Nachdem ich meine Vorgängerin Zuhause abgesetzt habe fragte er sofort wie es denn momentan so zuhause ist und wie es mir geht. Er weiß größtenteils von mir Bescheid, von dem Klinikaufenthalt und von den Krankheiten. Ich weiß nicht warum ich es ihm erzählt habe, das ist normalerweise nicht typisch für mich, aber als er danach gefragt hat war es als würde jemand eine Flasche öffnen die kurz vor'm platzen war. Ich erzählte ihm das ich wieder in meine alte Muster falle was das Essen anbelangt. Er wollte mehr wissen, ob ich wenig esse oder gar nichts, wie ich mich dabei fühle und ob ich mir das Essen mit Absicht verbiete oder einfach nur keinen Hunger habe. Er war interessiert, er verurteilte mich nicht wie viele momentan in meinem Umfeld, ich musste mich nicht für meine Aussagen rechtfertigen, vielleicht genau aus diesem Grund konnte ich mich ihm öffnen. Er sagte mir ganz direkt, dass wenn ich jetzt noch mehr abnehme, nicht mehr schön aussehe. Er hat Recht, das weiß ich doch auch wenn ich vom Gewicht her nicht so tief drin stecke, im Kopf habe ich den Kampf schon wieder verloren. Er meint das ich das alles, was in mir drin steckt, sehr gut verstecken kann, denn wenn er die Dinge von mir nicht wüsste, würde man es nicht merken, da ich sehr selbstbewusst rüber komme und so wie ich mich gebe, man glaubt, dass in mir drin alles intakt und friedlich ist. Er weiß das es so nicht ist, das habe ich ihm nicht sagen müssen, doch es tut weh so was zu hören, denn ich dachte wirklich das ich mittlerweile mit dieser quälenden Schauspielerei aufgehört habe, aber anscheinend ist das so einprogrammiert in meinem Kopf das es schon ganz automatisch passiert. Er ging auf meine Vergangenheit ein, er wiederholte immer wieder, das ich aufhören muss, mir für die Dinge die passiert sind, die Schuld zu geben. Eltern müssen Gewaltfrei erziehen und sich fragen ob der Fehler nicht bei ihnen selbst lag/liegt, wenn das Kind auf die falsche Bahn gerät oder nicht so ist wie man es sich wünscht und er hat recht, er hat einfach nur recht. Auch auf die Sache die in der Schule passiert ist ging er drauf ein. Er wollte wissen ob ich denn Berührungen zu lassen kann, wie in den Arm genommen zu werden oder ob das nicht geht. Ich sagte dass das kein Problem für mich sei, solang es nicht weiter geht, da ich damit noch nicht klar komme. Ganz zu letzt und ich glaube das hat ihn seeeeehr viel Überwindung gekostet wollte er wissen wie man darauf kommt sich mit einer Rasierklinge selbst zu verletzen... Er meinte ich müsse darauf nicht antworten aber wieso sollte ich ihm das nicht erzählen, er hat mir 2 Stunden aufrichtig und interessiert zugehört ohne mich zu kritisieren, ohne mir irgendwelche Vorwürfe zu machen, wieso also, sollte ich ihm das verheimlichen? also meinte ich das man dazu eine menge Selbsthass braucht. Ich beschrieb es ungefähr so: "bei mir hat sich vieles innendrin angestaut und das musste raus, irgendwie, aber es musste raus, diese ganzen Gefühle und Gedanken musste ich irgendwie abbauen, damit klar kommen. Ich wusste das es viele tun also hab ich es selbst ausprobiert, am Anfang ganz zart und nur oberflächlich, aber es tat gut. Irgendwann verliert man aber die Kontrolle, es wird immer tiefer und irgendwann ist man süchtig nach den Schmerzen weil sie von dem Inneren Chaos ablenken." Er wollte wissen ob es nicht sau mäßig blutet und ja, ich hab gesagt: "ja das tut es, aber das ist einem egal, ich habe sogar einmal so tief geschnitten das ich genäht werden musste, aber es ist einem schlicht und ergreifend egal." Vor lauter erzählen habe ich garnicht gemerkt das ich schon längst in meine Straße eingebogen bin. Als ich das Auto ausgeschaltet und Parkfertig gemacht habe, hat er mir noch einen schönen Abend gewünscht und gesagt das er mich so mag wie ich bin, ich antwortete mit "danke, danke für's zuhören und dir auch einen schönen Abend."

also warum ich das euch erzähle? Weil reden manchmal Wunder bewirkt, es hat so gut getan und ich habe mir endlich diesen ganzen Dreck von der Seele reden können. Auch wenn man jemanden kennt, von dem man niemals glaubt das er einem zuhört, so versucht es trotzdem, hört auf euer Bauchgefühl. Ich habe auf mein Gefühl gehört und gespürt das ich ihm vertrauen kann und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, es war unglaublich befreiend. Wenn man nicht bereit ist Dinge zu riskieren, so wird man auch nicht gewinnen!

passt auf euch auf ;*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen