Ist es das Ende dieses Blogs? Die Frage hab ich jetzt seit Tagen in meinem Kopf, nein eigentlich schon seit letztem Jahr, aber nicht weil es mir so außerodentlich schlecht geht sondern weil es mir momentan so unglaublich gut geht. Der Blog ist nicht mehr das was er einst für mich war, ein Motivationsblog zum abnehmen, ein Blog gebadet in Selbstmitleid mit einem Mädchen aus Haut und Knochen. Wenn es einem besser geht dann intressiert es niemanden mehr, es ist einfach so. Die Leute möchten über Tod und Tragik, über Schmerzen und Tiefen lesen, aber nicht wie schön es war die Sonne gesehen zu haben. Doch genau das ist es, was mich momentan so glücklich macht. Die kleinen Dinge, die wirklich kleinen Dinge. Der Geruch des ersten Regens nach einem warmen Tag, die heiße Sonne die mir freudig ins Gesicht knallt, meine schöne Bettwäsche, die Fahrt in meinem Auto, das geschmunzelte 'Gesundheit' einer fremden Person nach einem Niesanfall, meine Familie, Freunde und noch viel viel mehr. Jahrelang hab ich damit verbracht mich zu zerstören, mich auf ein niemals zufriedenstellendes Gewicht zu hungern um dann voller Stolz und Energie hier zu berichten wie ich meine Hand ein Stück weiter dem Tod hingestreckt habe. In den letzten Monaten hab ich so viel Schmerz und Leid erfahren, ich wurde belogen, ich wurde verprügelt, ich wurde hintergangen, ich wurde enttäuscht, ich wollte mich umbringen, ich wollte leben. Eins hab ich gelernt, man kan liegen bleiben, aber dann wird man niemals wissen wie es ist zu fliegen. Ich hab die Richtung geändert, mein Leben in die Hand genommen und hab gekämpft, gegen die Krankheit und für das Leben. Der Blog ist nicht mehr alles für mich, ich habe andere Dinge zu tun, andere Dinge die mir Freude bereiten, die mich zufrieden stellen. Trotz allem werde ich weiter bloggen, auch wenn das nicht mehr der Blog ist der er mal war, auch wenn ich Leser verliere weil ich nicht mehr in Selbstmitleid bade sondern mehr über die schönen Dinge des Lebens schreibe. Ich würde mich gerne über Kommentare freuen ob ihr wirklich noch interessiert seid und ob ich über etwas bestimmtes ganz konkret schreiben soll. Ich werde auch eine Abstimmung am Rand eröffnen. Danke schon mal :-)
Gestern hatte ich wieder ein Termin bei meiner Therapeutin. Ich bin so unendlich froh bei ihr zu sein! Das erste mal hab ich das Gefühl ich bin angekommen und komm Schritt für Schritt voran. Sie hilft mir so sehr. Wir haben darüber gesprochen das ich lernen muss im shirt rauszugehen und meine Narben akzeptieren muss. Nach ihr hatte ich noch ein Termin bei dem leitenden Psychiater in der Praxis. Als wir dann am Ende der 'Sitzung' ankamen hatte ich noch 45 Minuten zeit, da meinte sie "So wir gehen jetzt ein Café trinken und dann krempelst du dein Ärmel hoch und wir schauen wer WIRKLICH starrt". Also sind wir in ein nahegelegenes Café gelaufen und ratet mal wer meine Narben bemerkt hat? Richtig niemand. Das alles ist nur in meinem Kopf, die Dramaspirale, wie es meine Therapeutin so gern nennt, dreht sich nur in meinem Kopf, aber die Realität sieht meistens anders aus. Klar werden Menschen auf meine Narben schauen, manche länger manche weniger und ja es gibt auch welche die es dumm kommentieren müssen, aber mein Gott, mich wird niemand fressen, ich muss es einfach akzeptieren und auf dem Weg bin ich.
Morgen hab ich wieder Training, ich bereue die Entscheidung wieder Fußball zu spielen kein Stück, es ist das was ich will, es ist der Sport der mir Spaß macht, es ist meine Leidenschaft.