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Donnerstag, 30. August 2012

Okay, ich will euch und auch mir nicht weiter irgendetwas vormachen. Ich hab jetzt wirklich versucht mir immer wieder alles schön zu reden, dass es mir gut geht, dass mir die Therapie geholfen hat, dass ich jetzt gesund bin aber es ist einfach nicht so, mir geht es ein Scheißdreck gut. Wisst ihr, 7 Monate lange habe ich auf Therapeuten und Betreuer eingeredet das ich Hilfe in Sachen Magersucht brauche, dass ich, wenn ich wieder zuhause bin, angst habe rückfällig zu werden, weil ich nicht stabil genug bin, doch glaubt ihr einer von den Idioten hat das mal ernst genommen? Neeein, die Laura hat ja jetzt Normalgewicht und isst fleißig ihr Tellerchen auf, ja denkt ihr wirklich damit hat sich’s? Verdammte Scheiße, macht mal eure Augen auf. Ich habe es mit Worten oft versucht, doch jetzt fängt dieser Mist grad wieder von vorne an. Ich hab keine Lust mehr mich ständig vor meiner Familie und vor meinen Freunden rechtfertigen zu müssen. Ich hab keine Kraft mehr ein 4. Mal gegen diese Krankheit anzukämpfen, ich kann es einfach nicht mehr und auch wenn jeder aus meinem Umfeld sagt doch du kannst das, du hast die Kraft, so entspricht das einfach nicht der Wahrheit. Diejenigen die das behaupten, sollen selbst erstmal da drin stecken und jedes Mal auf’s neue Kämpfen, dann will ich sehen wer als erster aufgibt, denn was mich angeht, ich habe die Kraft nicht mehr, definitiv!

Meine Eltern wollen wieder auf das Gericht gehen, ich bekomm wieder Sätze an den Kopf geknallt wie: „ du machst die Familie kaputt, das lassen wir nicht mehr zu“ etc. Momentan hab ich das Gefühl wir sind wieder in der Zeit November/Dezember 2011, bis auf die Sache mit dem Gewicht, aber das wird wohl auch wieder rapide nach unten gehen, wenn sich das Jugendamt nicht bald beeilt und ich nicht auch bald ein Therapeuten finde.

Das geplante FSJ kann ich nun auch knicken. Ich hätte diese Stelle bekommen, doch ich hätte dafür eine ärztliche Bescheinigung gebraucht die besagt, dass ich Physisch wie Psychisch stabil genug bin. Nun gut, ich bin dann also mit diesem Zettelchen zu meinem Hausarzt gegangen, hab es ihm in die Hand gedrückt, er hat es sich durchgelesen und gesagt: "Nein, das unterschreib ich definitiv nicht" ich dachte nur what the fuck? der will mich verarschen, aber nein wollte er nicht, denn er hält mich alles andere als stabil und zu alledem meinte er dann auch noch: "du hast abgenommen" dann war ich sowas von sprachlos, verwirrt und einfach nur verdammt angepisst von jedem und allem!

Sorry das ich jetzt viele vermutlich enttäusche, doch euch und mir etwas vorzuspielen halte ich einfach für nicht gerecht..





5 Kommentare:

  1. Huhu:)
    Weißt du was? Ich finde es einfach nur ehrlich von dir, dass du schreibst, wie es dir wirklich geht. Ich habe auch eine ES und kann mir vorstellen, wie schwer das alles ist. Im Moment bin ich auch im Normalgewicht, sehe kein Stück mehr krank aus, bin ja optisch "gesund". Das Schwierigste ist echt, das NG zu akzeptieren. Ich weiß echt, dass ich dich niemals davon überzeugen könnte, jetzt plötzlich zu sagen:"HAHA, stimmt. Normalgewicht ist toll, ich will nie wieder abnehmen." Das haut leider nicht hin. ;)
    Aaaaber: bitte höre nie auf, daran zu glauben, dass die Gesundheit und das Leben viel schöner ist. (und wenn es nur ein ganz kleiner Funken ist und sich alles in dir dagegen wehrt, ich kenne das-.-) Also: ich wünsche dir einfach nur alles Gute für deine Zukunft, viel Kraft!

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  2. Ich find's richtig stark, dass du so ehrlich bist, weißt du das? Du bist eine beeindruckende Persönlichkeit. Natürlich ist es mit "ein bisschen Therapie" nicht getan. Wahrscheinlich tut dir dein Umfeld zu Hause auch einfach nicht gut, wenn deine Eltern dir schon ständig Vorwürfe machen. Da ist es kein Wunder, wenn du in alte Verhaltensmuster zurückfällst und das ist auch keine Schande. Wenn jetzt jemand enttäuscht von dir ist, sollte er sich finde ich echt Gedanken machen, denn du bist wohl die letzte, die etwas dafür kann. So etwas sucht man sich schließlich nicht aus.
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du dennoch einen Weg findest, glücklich zu werden. Den gibt es nämlich ganz bestimmt. Wichtig wäre es vielleicht, dass du von deiner Familie und allem was dich runterzieht Abstand gewinnst. Es ist ein langer Weg, aber höre nicht auf an dich zu glauben. Hoffentlich findest du bald einen Therapeuten, der dir die nötige Unterstützung geben kann. Verlier nicht den Mut.

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  3. ich glaub ich kann ganz gut nachvollziehen, wie du dich fühlst..
    Man kämpft, und irgendwann geht es einem besser. Oder man bildet es sich ein,weil es einfacher ist, als zuzugeben, dass es nicht so ist. Dass alle Bemühungen,dass es einem besser geht, umsonst waren. Nichts ist besser. Alles bleibt gleich.
    Es ist ein schreckliches Gefühl.
    Ich wünsche dir wieder jede Menge Kraft, um, wenn es nötig ist, wieder und wieder zu kämpfen...

    Liebste Grüße, Joi

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  4. ich finds ziemlich mutig, dass du schon in der klinik sehr realistisch einschätzen konntest, dass die rückfallgefahr danach zu groß für dich sit. viele ärzte und psychologen denekn da immer noch viel zu standardisiert und ich kann dich nur ermutigen weiter zu kämpfen, dass es nicht mehr so weit kommt.
    warum ging des mit dem betreuten wohnen jetzt nicht mehr?
    das mit dem " du machst die familie kaputt" ist echt absolut daneben. du solltest denen mal ganz klar sagen, dass es auch in deinem interesse ist gesund zu werden und dass sie dich dabei unterstützen sollten, in so eine wg zu gehn, anstatt mit der zwangseinweisung zu wedeln.
    kämpf unbedingt weiter, es ist nichts verloren!
    <3

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  5. p.s. meine eltern haben nach der klinik auch bei dem kleinsten anzeichen eines rückfalls nen riesenaufstand mit mahnenenden gesporächen panikanrufen bei therapeuten und sonstwas gemacht und ich hätte mir damals sehr geünscht, in so einer wg leben zu können...

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