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Mittwoch, 26. September 2012
Ich weiß nicht, ich kann euch kaum beschreiben wie ich mich fühle, ich kann das Chaos in meinem Kopf nicht in Ordnung bringen, aber es macht mich fertig. Ich würde mir am liebsten so oft selbst weh tun, egal mit was, egal wie - der Drang wird immer stärker und irgendwie ist das Schneiden keine Befreiung mehr für mich. Wenn ich in den Spiegel schaue sind die Gefühle die hoch kommen nicht mehr zu erklären, es sind zu viele. Wisst ihr ich versuche schon den ganzen Tag krampfhaft Gründe dafür zu finden weshalb ich in der Klinik essen konnte, warum ich mich in der Klinik größtenteils akzeptieren konnte. Bevor ich in die Klinik kam hat mich die Krankheit beherrscht, ich hatte sie nicht unter Kontrolle, sie hat mir verboten zu essen, die Stimme hat mich geführt, sie hat gesagt ich darf nicht gegen sie ankämpfen. Als ich in die Klinik kam, war es so, als würde mir endlich das ganze aus der Hand genommen werden, ich fühlte mich befreit, jetzt hat das Krankenhaus die Macht über die Krankheit und nicht mehr die Krankheit über mich. Ich wusste, jetzt darf ich wieder essen, jetzt darf ich gesund werden. Doch ich konnte nicht ewig im Schutz der Klinik weilen und ich konnte nicht ewig befreit essen - mir war das alles so klar. Wisst ihr, ich kann nicht mehr und der Wunsch dem ganzen ein Ende zu setzen, wird jeden Tag größer.
Dienstag, 25. September 2012
"Glücklich sein ich kann es nicht, wenn von Tag zu Tag nur das Datum anders ist,
und der ganze Rest bleibt gleich. [...] und wie schlecht muss ich bitte sein? hää?,
denn ich bin doch immernoch hier,
trotz all den Tabletten der vergangenen jahre
gemischt mit Bier, Schnaps und Wein."
So ich war mal wieder bei'm Arzt, durch die Vollbremsung am Sonntag auf
dem Übungsplatz war ich erneut ziemlich heftig ausgerenkt, das 2. mal
innerhalb eines Monats - fail.
Der Selbsthass steigt und steigt und steigt, mein Spiegelbild widert mich sowas von an. Ich weiß das ich abgenommen haben, mittlerweile schon 7 kg seit dem 1. August, aber ich seh es nicht. Das einzige was ich spüre und sehe ist, dass meine Muskeln wieder verschwinden und mein Gesicht schmäler wird. Bald, bald habe ich wieder eine 4 vorne und keine 5 mehr, aber ist das richtig? Ist das der richtige Weg? Es fühlt sich so falsch an und doch halte ich daran fest. Ich verletze mich wieder selbst, nicht an den Armen, es soll ja niemand
sehen aber mir kommt das alles so bekannt vor, September/Oktober 2011 -
das gleiche Spiel, SV an den Beinen damit es niemand merkt aber
irgendwann war es mir egal und ich schnitt auch an den Armen. Ich habe
Angst das es diesmal wieder so abläuft. Ja dieses Jahr ist alles anders,
ich werde 18, somit wird es noch schwerer für meine Eltern eine
Zwangseinweisung durch zu kriegen, aber letztes Jahr hat mir die
Einweisung vermutlich das Leben gerettet und was ist diesmal, ich will
nächstes Jahr sovieles machen, ich will Auto
fahren, in Urlaub fahren, Rock am Ring, Oktoberfest etc. und ich habe Angst,
denn wer weiß, vielleicht bin ich nächstes Jahr tot
Sonntag, 23. September 2012
J.S ♥ Sie fehlt mir so sehr -.-
Ich rieche an 'ihrem' Parfüm während ich krampfhaft versuche die tränen
zurückzuhalten. Sie war von Anfang an meine absolute Lieblingsbetreuerin, sie
wusste ALLES von mir, nur ihr konnte ich mich anvertrauen. Sie war mein Vorbild.
Ja sie war sehr dünn und vielleicht deshalb nicht das beste Vorbild einer
Magersüchtigen aber das spielte keine Rolle. 7 Monate lang war sie sozusagen
meine "Mama" dort. Viele fanden sie nicht sehr toll, etwas arrogant,
aber für mich war sie die beste. Es
tat so gut mit ihr zu sprechen. Sie hatte nur
eine 1/2 Stelle was bedeutet das sie sehr selten da war, was natürlich immer
sehr hart war wenn sie sich dann mal wieder für 2 Wochen 'verabschiedete'. Als
es auf das Ende meiner Therapie zuging, hatte auch sie sich verändert. Sie
hatte keine Zeit mehr für mich, wenn sie sagte, dass wir dann und dann reden
können, klappte es nie aus "Zeitmangel". Es tat so weh, es tat jedes Mal
so weh. Wie ich später herausfand kamen die Veränderungen der Betreuer
gegenüber mir von der leitenden Psychologin die mich schon von der 1. Sekunde
an gehasst hatte. Eine ehemalige Patientin hat eine Betreuerin kurz nach meinem
Rauswurf gefragt warum sie alle so scheiße zu mir waren, da antwortete die
Betreuerin: "Laura gehörte zu denen, die ich am meisten mochte, aber wenn
man die Anweisung von oben (ltd. Psychologin) bekommt, sollte man sich dran
halten". So wird es wohl auch bei Julia gewesen sein, denn die ltd.
Psychologin wusste ganz genau wie viel sie mir bedeutet. Ich habe sie das letzte Mal vor
meinem Rauswurf (01.08) am 30.07 gesehen und auch an diesem Tag hatte sie mich
versetzt gehabt. Ich saß gerade draußen als sie auf dem Weg zu ihrem Auto war.
Sie kam her, sagte: „Es tut mir leid, dass es heute nicht geklappt hat Laura“.
Ich war so sauer und enttäuscht, sagte "ja klar, wie die anderen male auch
wo es dir leid tat, aber okay Julia" stand auf und ging. Das waren die
letzten Worte die ich mit ihr gesprochen habe, seitdem habe ich sie nie wieder
gehört oder gesehen. Ich wollte ihr noch so vieles sagen, ich wollte danke sagen, danke, dass sie mir durch die Klinikzeit geholfen hat.
Sie fehlt mir..
Sie fehlt mir..
Samstag, 22. September 2012
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